17 / NEVIN STEINBERG

Aus dem Alten etwas noch nie Dagewesenes machen.

Nevin Steinberg, der als Sound Designer für Broadway-Hits wie „“Hamilton,” “Rodgers and Hammerstein’s Cinderella” und “Dear Evan Hansen” den Klang verantwortet hat, beschreibt ziemlich klar, was Erfolg für ihn heißt: Aus etwas Altem – wie zum Beispiel die Akustik der alten Broadway Theater aus der Großen Depression – ein modernes und neues Klang-Meisterwerk schaffen. „Am Broadway haben alle Theater etwas Herausforderndes – sowohl akustisch als auch technisch – vor allem aber architektonisch“, erzählt Nevin bei unserem Besuch hinter den Kulissen in New York. „Einen Sound in einem Gebäude zu entwickeln, das dafür ausgelegt ist, dass Stimme und Instrumente nicht verstärkt werden, ist knifflig. Da ist immer dieser ganz eigene Tanz, den du selbst aufführst, wenn du der Architektur des Gebäudes gerecht werden und sie zeitgleich ausblenden willst. Da nutze ich dann Techniken und auch neues Equipment, um frisch ranzugehen.“

So war es auch bei seiner jüngsten Produktion „Hamilton“ im Richard Rogers Theatre, wo Steinberg schon mehrfach gearbeitet hat. „Da ist diese gewisse Obsession, die wir Sound Designer mitbringen und die uns ausmacht. Du wirst einfach nicht müde davon, etwas besser machen zu wollen, und ich glaube, gerade deshalb kommt man auch einfach mal wieder an einen Ort zurück.“ Für Steinberg, der immer auf der Suche nach neuen Geschichten, Schreibern, neuem Material und Spielplätzen ist, war die Chance, für „Hamilton“ zu arbeiten wie ein Sechser im Lotto. „Ich weiß, das klingt ohnehin wie ein klarer Fall: Das Stück ist kulturell relevant und erfolgreich, aber der Grund, warum ich dabei sein wollte, ist, dass ich mit exzellenten Leuten zusammenarbeiten konnte, die ich auch schon aus anderen Projekten kannte. Ich wollte täglich Teil eines Teams sein. Das ist schwer zu beschreiben. Wer einmal einen Mannschaftssport gemacht hat, kann sicher verstehen, was ich meine: das Gefühl, wenn alle in dieselbe Richtung rudern und dasselbe Ziel vor Augen haben. All diese Team-Klischees sind wahr. Ich wünsche mir immer, dass die Zuschauer das im Saal spüren können, wenn sie sich die Show ansehen.“

Nevins persönliches Mantra? „Ich versuche mir jeden Tag zu sagen: Spiel offensiv, nicht defensiv“, sagt er. „Ich sage das meiner Mannschaft jeden Tag und ich erinnere mich selbst daran, wenn ich in das Theater gehe. Und den positiven Druck, den du verspürst, den kannst du nutzen, ganz gleich was gerade passiert. Wenn der Vorhang aufgeht, das Orchester zu spielen anfängt oder der Cast auftritt, dann versuche ich, den Lärm auszublenden und mich selbst zum Zuschauer zu machen – und die Show zu genießen, als sähe ich sie zum ersten Mal.“

75 JAHRE, 75 MOMENTE.

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