02.09.2011 Wedemark

High-End goes wireless

Mit dem Funkkopfhörer RS 220 eröffnet der Audiospezialist Sennheiser eine neue Klasse des kabellosen Hörvergnügens. Dank unkomprimierter Übertragungstechnologie kombiniert der digitale Hörer High-End-Qualität mit absoluter Bewegungsfreiheit.

„Musik so natürlich wie möglich wiederzugeben und damit dem Original der Aufnahme so nah wie möglich zu kommen, ist schon seit jeher der Traum von Audioingenieuren und Audiophilen gleichermaßen“, erklärt Maurice Quarré, Director Product Lifecycle Management bei der Sennheiser Consumer Electronics. „Der klassische Übertragungsweg für den reproduzierten Klang ist das Kabel: Es leitet das analoge Signal direkt und ohne Zeitverlust von der Audioquelle an den Wandler im Kopfhörer.“ Der Nachteil der drahtgebundenen Übertragung ganz gleich welcher Kabelpreisklasse: Der Musikgenuss reicht nur so weit, wie das Kabel lang ist.

Im High-End-Segment bietet Sennheiser mit dem RS 220 nun das erste drahtlose Kopfhörermodell an, das anspruchsvollen Ohren gerecht wird. „Der Sennheiser RS 220 eröffnet die Meisterklasse der drahtlosen Audioübertragung“, so Maurice Quarre. „Er ist ein Pionier der drahtlosen High-End-Hörer.“

Von Infrarot bis zur unkomprimierten digitalen Funkübertragung

Bereits seit Mitte der 70er Jahre tüfteln Klangingenieure an Systemen, die den Sound auch ohne Kabel übertragen. Die erste Technik, die dafür genutzt wurde, war – aus Zulassungsgründen – die Übertragung per Infrarotsignal. Bei dieser Übertragungsart ist eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger notwendig. 1993 stellte Sennheiser den weltweit ersten Infrarotkopfhörer mit digitaler Übertragung vor, den IS 850. Das System nutzte PCM-Infrarotübertragung und wurde auch anspruchsvollen Klassikliebhabern gerecht.

Die ersten Funkkopfhörer kommen in Deutschland 1995 auf den Markt. Sie übertragen ihre Signale analog über Funkwellen statt Infrarotlicht. Für den Nutzer bedeutet dies, dass nun keine Sichtverbindung zum Sender mehr bestehen muss und er sich frei auch in benachbarten Räumen bewegen kann, ohne dass der Musikgenuss unterbrochen wird.

Im Jahr 2008 stellt Sennheiser erstmals einen Ohrhörer mit digitaler Funkübertragung vor, den MX W1, der dank Kleer™-Technologie die Audiodaten unkomprimiert empfängt. Durch den Verzicht auf eine Datenkomprimierung wird ohne Audioverluste übertragen, das System ist zudem überaus störsicher und weist eine sehr geringe Latenz auf. „Das große Plus der digitalen Übertragung besteht darin, dass es kein Signalrauschen mehr gibt und der Output digitaler Tonquellen sehr störungsarm übertragen wird“, erläutert Axel Grell, Senior Acoustical Engineer bei Sennheiser. „Dies erfordert allerdings eine ausgeklügelte Technik, da für die digitale Audioübertragung der 2,4-GHz-Frequenzbereich vorgesehen ist, in dem auch Handys, Mikrowellen, das WLAN und Bluetooth-Geräte funken.“

Drahtlose Übertragung auf höchstem Niveau

Auch beim neuen Funkkopfhörer RS 220 überträgt der Sender die digitalen Signale unkomprimiert über eine stabile 2,4-GHz-Verbindung an den Kopfhörer. Das Kopfhörersystem arbeitet mit dem sogenannten Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS). „Dabei handelt es sich um ein Frequenzspreizverfahren, bei dem das Ausgangssignal mittels einer vorgegebenen Bitfolge auf eine Breite von 22 Megahertz gespreizt wird. Treten an einer Stelle in diesem Frequenzbereich Störungen auf, wird das Ausgangssignal nicht gestört, da die Daten redundant, also mehrfach, übertragen werden. Die volle Klangqualität bleibt erhalten“, erklärt Axel Grell. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist seine geringe Latenz.

Wahl der Eingangsquellen

„Aufgrund unserer langen Erfahrung kennen wir die Anforderungen im High-End-Segment gut“, so Senior Acoustical Engineer Grell. „Der RS 220 kann an verschiedene Ausgänge angeschlossen werden: einen analogen, einen koaxial-digitalen sowie einen optisch-digitalen. Der anspruchsvolle Nutzer kann also selbst über die Art und Qualität des eingespeisten Audiosignals entscheiden.“ Bei einer digitalen Einspeisung entfällt beispielsweise der Wandlungsschritt vom analogen zum digitalen Signal. Bei der analogen Einspeisung kann die Qualität des Audiosignals durch die Kabelwahl beeinflusst werden.

Loop-Through-Modus

An den Sender des RS 220 können mehrere Audioquellen gleichzeitig angeschlossen werden. Auch das Durchschleifen von Signalen, um den Sender in eine bestehende Verbindung zwischen einer Audioquelle und einem weiteren Gerät einzubinden, ist möglich. In diesem so genannten Loop-Through-Modus werden die Signale auch dann weitergegeben, wenn der Sender ausgeschaltet ist. Über Sensortasten am Sender oder direkt am Kopfhörer kann zwischen den Quellen hin- und hergeschaltet werden.

Dynamik bleibt erhalten

Ein wichtiges Mittel der musikalischen Gestaltung ist der Wechsel zwischen laut und leise, wie zum Beispiel beim Anschwellen des Klangs in Ravels Bolero. Bei einer herkömmlichen digitalen Datenübertragung kann sich eine solche Dynamik verringern, da bei der Wandlung des analogen Signals in ein digitales Datenpaket den Informationen eine optimale Signallautstärke für das gesamte Datenpaket zugeschrieben wird.

Diese Herausforderung löst die Weiterentwicklung des digitalen Funkkopfhörersystems von Sennheiser, indem auf ein Automatic Level Control gänzlich verzichtet wird. Die Daten der digitalen Quellen werden unverändert übertragen, die Referenzlautstärke für den analogen Eingang kann der Nutzer manuell einstellen. Der RS 220 kommt dem audiophilen Ideal damit ganz nah: dem natürlichen, völlig ungebundenen Klangerlebnis.


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