08.10.2013 Hannover

Oans, zwoa - auf der Wiesn hat‘s gefunkt! LTE-Technik erreicht aktuell mehr als 50 Millionen Haushalte

Ein Schnappschuss von sich in der Lederhose, ein Kurzvideo von der Achterbahnfahrt – unter den sechs Millionen Wiesn-Besuchern teilten zahlreiche ihre Erlebnisse mit Facebook-Freunden oder riefen per App das Zeltprogramm ab. Das Smartphone war auf dem größten Volksfest der Welt unentbehrlich. Das gilt insbesondere für die Besitzer von LTE-Smartphones, denn mit dem Mobilfunkstandard der neuesten Generation macht das schnelle Internetsurfen auch unterwegs richtig Spaß. Die Schattenseite der smarten Begleiter: LTE sendet in einem Frequenzbereich, der aktuell auch noch von vielen Funkmikrofonen benutzt wird und sorgt damit zunehmend für Aufregung. Anwender von Funkmikrofonen sollten Ihre Technik überprüfen.

Mit dem 180. Oktoberfest endete vorgestern die fünfte Jahreszeit in Bayern. Die Besucher feierten, tanzten und sangen, in vielen Festzelten traten auch Live-Bands auf. Zahlreiche von ihnen mit Funkmikrofonen. Doch wer Funkmikrofone benutzt, sollte seinen Frequenzbereich überprüfen. Denn LTE kann eine Gefahr mit sich bringen: Voller Vorfreude wartet das Publikum auf seine Schunkeleinsätze. Doch stattdessen könnte mancherorts ein überlautes Rauschen durch das Zelt dröhnen, das die Feiernden zusammenzucken lässt. Ein Störfall, der in ähnlicher Form künftig nicht nur auf der Wiesn, sondern auch beim Stadtfest, der Schulaufführung oder einem Bandauftritt passieren könnte.

Berauschende Töne statt Rauschen
Schuld am Rauschen können LTE-Sendemast und die zunehmend verbreiteten LTE-Smartphones sein. „Die Geräte im neuen Mobilfunkstandard LTE senden vielfach stärker als jedes Audiofunksignal, weshalb es bei gleichzeitiger Übertragung mit Funkmikrofonen zu Störgeräuschen oder sogar kompletten Tonausfällen kommen kann“, erläutert Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer bei Sennheiser Vertrieb und Service. Mit anderen Worten: Überall dort, wo Musiker, Redner oder Darsteller mit Funkmikrofonen arbeiten, besteht die Gefahr, dass ein in der Nähe eingeschaltetes LTE-Smartphone oder ein LTE-Sendemast dazwischenfunkt. „Das ärgert nicht nur die ausgebremsten Mikrofon-Nutzer, sondern auch das Publikum“, resümiert Ties-Christian Gerdes. Seitdem vor rund zwei Jahren der Ausbau der Mobilfunktechnik begann, berät der Audiospezialist Sennheiser Anwender bei Fragen rund um den störungsfreien Betrieb von Funkmikrofonen. Die Nachfrage im Service-Center ist groß, was auch damit zusammenhängt, dass LTE inzwischen in vielen Regionen vermehrt zuhause genutzt werden kann. Die Technik erreicht aktuell mehr als 50 Millionen Haushalte und soll in den nächsten drei bis fünf Jahren flächendeckend zur Verfügung stehen.* „Da der neue Mobilfunkstandard sich bereits rasant verbreitet, ist es jetzt an der Zeit, sich über die Frequenzumstellung Gedanken zu machen“, rät Ties-Christian Gerdes. Was schon heute sinnvoll ist, könnte in drei Jahren unausweichlich werden. Denn die aktuelle Zuordnung der Funkfrequenzen läuft am 31.12.2015 aus.

Gute Vorbereitung: Das A und O
Eine betroffene Band, die bereits in vielen Festzelten auftrat, sind „The Mercuries“ aus dem Allgäu. „Eine gute Show lebt davon, dass die Zuschauer begeistert sind und mitgerissen werden. Dafür müssen der Sound und die Bühnentechnik reibungslos funktionieren. Deshalb haben wir uns sofort nach der ersten Störung auf die Suche nach der Ursache begeben und viel Geld in neue Funkmikrofontechnik investiert“, berichtet Tontechniker Reinhold Zech. „Dies ist sehr ärgerlich, da die Mikrofone intakt waren. Inzwischen wissen wir, dass uns LTE dazwischengefunkt hat. Jetzt arbeiten wir mit Funkmikrofonen, die auf einer anderen Frequenz senden.“ Mit seinen Bandmitgliedern Margot, Günther, Wolfgang, Jochen und Reini rockt Gründungsmitglied Willi von Januar bis Dezember die Bühnen in Deutschland und Österreich. Dabei begeistert die Party-Band ihr Publikum mit Party-, Pop- und Rockmusik.

Umrüstungskosten in Milliardenhöhe
Neben Bands und Musikern trifft es die Kulturbetriebe besonders hart. Denn sie müssen ihre Technik umrüsten oder austauschen, um Störungen zu vermeiden. Und das ist teuer: „Für die Theater bedeutet das je nach Größe und Sparte Minimalkosten von 20.000 Euro, die sich jedoch auf bis zu 200.000 Euro und mehr summieren können“, so Hubert Eckart, Geschäftsführer der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG). Nach Einschätzungen der Branchenverbände könnte LTE allein in Deutschland bis zu 700.000 Nutzern von Funkmikrofonen in die Quere kommen.

Kostenlose Online-Beratung
Eine erste Möglichkeit zum Schnell-Check bietet das Onlineportal www.sennheiser.de/ddready. Dort können Profis und Amateure mithilfe des sogenannten HF-Beraters selbstständig prüfen, ob das eigene Funkmikrofon von der Neuordnung der Frequenzen betroffen ist. Darüber hinaus lässt sich mithilfe des Umfrequentierungskosten-Rechners ermitteln, was die Umstellung des vorhandenen Mikrofons im Vergleich zum Neukauf kostet. Ein zusätzlicher Newsticker, anwendungsbezogene Guides und eine Übersicht zu häufig gestellten Fragen (FAQs) komplettieren das Service-Angebot.

*laut lte-anbieter.info


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Die Zukunft der Audio-Welt zu gestalten und für Kunden einzigartige Sound-Erlebnisse zu schaffen – dieser Anspruch eint Sennheiser Mitarbeiter und Partner weltweit. Das 1945 gegründete Familienunternehmen ist einer der führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Sennheiser ist mit 21 Vertriebs-tochtergesellschaften und langjährigen Handelspartnern in über 50 Ländern aktiv und besitzt eigene Produktionsstandorte in Deutschland, Irland, Rumänien und den USA. Seit 2013 leiten Daniel Sennheiser und Dr. Andreas Sennheiser das Unternehmen in der dritten Generation. Der Umsatz der Sennheiser-Gruppe lag 2017 bei 667,7 Millionen Euro.
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