19.11.2012 Hannover/Berlin

Passion pur mit Femme fatale: Seefestspiele Berlin 2012

„Carmen“ stand im Sommer 2012 bei den zweiten Berliner Seefestspielen auf dem Programm – vor beeindruckender Kulisse überzeugte die von Volker Schlöndorff inszenierte Open Air-Aufführung mit einem perfekten Sound, an dem mehr als 30 Drahtlosstrecken aus der Sennheiser 2000er-Serie Anteil hatten.

Im August und September 2012 begeisterten die Seefestspiele Berlin mit insgesamt zwölf Aufführungen das Publikum – zu jeder Vorstellung fanden sich weit über 3.000 Zuschauer am historischen Strandbad Wannsee im Berliner Stadtteil Zehlendorf ein.
Auf dem Programm stand „Carmen“: Die weltweit beliebte Opéra comique mit Musik von Georges Bizet wurde am Wannsee durch Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) inszeniert. Als Orchester konnte die Kammerakademie Potsdam gewonnen werden, welche durch den Neuen Kammerchor Potsdam ergänzt wurde.

Auf einer Grünfläche direkt vor dem See hatte die veranstaltende DEAG Deutsche Entertainment AG eine großzügige Bühne errichten lassen, deren weithin sichtbares Hauptmerkmal ein überdimensionaler Fächer mit als Podiumszugang dienendem Innenbogen war. Das Orchester nahm rechts der Szenenfläche in einem futuristisch anmutenden Pavillon Platz; der Chor agierte auf der Bühne, ließ seine Stimmen während der Aufführung zeitweise aber auch hinter dem gigantischen Fächer erschallen.

Hautnah
Das Sounddesign für „Carmen“ stammte aus der Feder von Tonmeister Holger Schwark. Die tontechnische Ausstattung verantwortete die Berliner Black Box Music Veranstaltungstechnik GmbH, in deren Auftrag u. a. Mark-Oliver Völker tätig wurde. Völker ist Spezialist für die Einrichtung komplexer Drahtlosanlagen, und in seinen Aufgabenbereich fiel die Mikrofonierung der Darsteller, bei welcher er durch seinen Kollegen Marcus Büttner unterstützt wurde.

Zur Befestigung der Taschensender standen bei „Carmen“ zu den Kostümen passende Suspensorien bereit, welche von den Darstellerkörpern teils mit stoffummantelten Isoliermaterial getrennt wurden. Hauptrollen wurden redundant mit jeweils zwei Taschensendern ausgerüstet, welche bedingt durch Kostümwechsel während bestimmter Akte unter der Bühnenkleidung getragen wurden. Bei der Befestigung der Headsets kam das atmungsaktive, besonders hautverträgliche Sennheiser LAV-Tape zum Einsatz, dem Mark-Oliver Völker hervorragende Praxiseigenschaften („Wie eine zweite Haut!“) bescheinigte.

Aufgrund variierender Positionen der Chormitglieder sowie einzelner Aufgänge aus dem Publikumsbereich war funktechnisch eine vergleichsweise große Aktionsfläche abzudecken. Besondere Aufmerksamkeit musste den Eigenheiten des XXL-Fächers gewidmet werden, dessen Verstrebungen ebenso wie das dahinter befindliche Layher-Gerüst aus Metall gefertigt waren. Während des ersten Akts sang die Hauptdarstellerin zeitweise in einem Wohnwagen, und herausfordernd gestalteten sich auch Szenen, in denen Darstellergruppen direkt unter dem zentralen Metallbogen des Fächers agierten - die Funksignale wurden hier zusätzlich durch die Körperabsorption der nahe beieinander stehenden Künstler gedämpft.

Eins für alle(s)
Die Antennenanordnung stellte die perfekte Funkabdeckung sicher: Direkt im Fächer waren zwei zirkular polarisierte Wendelantennen des Typs A 5000-CP montiert; hinzu kamen fünf seitlich platzierte Richtantennen A 2003-UHF. Jeweils eine A 2003-UHF und eine A 5000-CP waren als an Splittern betriebenes Diversity-Paar den genutzten Bändern (BW/CW/DW) eines Drahtlossystems aus der 2000er-Serie von Sennheiser zugeordnet.

Die Mikrofonsignale der Hauptdarsteller wurden im BW-Band (zwölf Trägerfrequenzen) übertragen, während der Männerchor dem CW-Band (zwölf Trägerfrequenzen inkl. Sprechrollen und Spare) und der Frauenchor dem DW-Band (acht Trägerfrequenzen) zugeordnet waren. Insgesamt befanden sich bei den Seefestspielen Berlin 32 Funkstrecken aus der 2000er-Serie (Empfänger EM 2050 und Taschensender SK 2000) im Einsatz. Ein Sennheiser Drahtlossystem des Typs EM 550 G2 wurde u.a. für Regie- und Publikumsdurchsagen herangezogen.

Für den Betrieb der „Carmen“-Drahtlosstrecken im BW- und CW-Band waren Genehmigungen der Bundesnetzagentur eingeholt worden; im DW-Band konnten Fernsehkanal 64 und das anmeldefreie ISM-Fenster (863-865 MHz) genutzt werden. „Störungen durch LTE waren bei den Seefestspielen dieses Jahr noch kein Thema“, berichtete Mark-Oliver Völker, der vor jeder Veranstaltung einen kompletten Frequenzscan durchführte.

Die Frequenzverteilung im CW- und DW-Band wurde über Festfrequenzbänke/Presets gehandhabt, während das BW-Band per Hardware-Scan an einem Empfänger überprüft wurde. Die Sennheiser WSM-Software („Wireless System Manager“) sorgte für eine komfortable Kontrolle sämtlicher Systemfunktionen. Thomas Holz, Key Account Manager Rental | Artists & Engineers bei der Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG, kommentierte: „Unsere 2000er-Serie ist für Verleiher ein universell nutzbares Tool. Bei Black Box Music kommen Produkte dieser Drahtlosserie sowohl bei weltweiten Tourneen von internationalen Acts als auch bei Aufführungen klassischer Musik erfolgreich zum Einsatz – die Seefestspiele Berlin sind ein sehr gutes Beispiel dafür.“

Die Liebe ist ein wilder Vogel
„L´Amour est un Oiseau rebelle“ ertönte zum Sonnenuntergang am Wannsee in einer mitreißenden Fassung, bei welcher die Wiedergabe der Stimmen samt exzellenter Textverständlichkeit im tontechnischen (Mischungs-)Fokus stand. Die Ortung, an der ein mittig oberhalb der Bühne befestigter Lautsprecher-Centercluster nicht ganz unbeteiligt war, konnte nicht nur während der bekannten Habanera-Arie auf ganzer Linie überzeugen – bemerkenswert auch die gekonnte Mischarbeit von Tonmeister Simon Böttler, der den großen Dynamikumfang der Mikrofonsignale weitgehend beibehielt und lediglich Signalspitzen mit pultinternen Kompressoralgorithmen glättete. Die leidenschaftliche Ménage-à-trois zwischen Don José, Escamillo und der von beiden verehrten Carmen fand erwartungsgemäß auch am Wannsee ein tödliches Ende – die Passion für guten Klang jedoch präsentierte sich bei den Seefestspielen in zwölf sternklaren Berliner Sommernächten höchst lebendig.

Das Sennheiser-Equipment bei den Seefestspielen Berlin 2012:
16 x EM 2050
32 x SK 2000
3 x A 5000-CP
5 x A 2003-UHF
1 x EM 550 G2 plus Sender (Durchsagen)
Diverse MKH 40 (Chor Hinterbühne)
1 x e 815s (Kommunikation)


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