05.09.2013 Hannover

Peppermint Park Studios Hannover: Das Overhead 2 x 2

Die Mikrofonierung eines Drumsets ist eine komplexe Aufgabe: Mit welchem Mikrofon erzielt man den besten Klang und welche Positionierung bringt die vorteilhaftesten Ergebnisse? Beim Besuch namhafter deutscher Tonstudios erörtert die neue „Volume up! tunes. beats. production“-Kampagne von Sennheiser genau diese Fragen. Bei einem ersten Halt in den Hannoveraner Peppermint Park Studios gab Tonprofi Hans-Martin Buff Tipps zum Thema „Overhead-Mikrofonierung von Drumsets“; den perfekten Beat steuerte Schlagzeuger Marco Bussi bei. Für das virtuelle Drum-Instrument „DrumMic'a!“ sind Presets und MIDI-Grooves aus den Peppermint Park Studios verfügbar und können auf der Website www.DrumMica.de heruntergeladen werden. Ein Video-Interview sowie Tipps zur Abnahme der Bassdrum runden das Angebot ab.

Hans-Martin Buff war nach seinem Abitur zunächst als Radiojournalist für einen Privatsender in seiner Heimatstadt Biberach tätig. Aus Oberschwaben führte ihn der Weg in die USA, wo er in Minneapolis das „Musictech College“ besuchte und eine Ausbildung zum Toningenieur absolvierte. Einige Jahre und mehrere Studiojobs später wurde er On-Call-Assistent in den Paisley Park Studios, wo er nach kurzer Zeit zum „Personal Engineer to Prince“ aufstieg. Zu seinen Referenzen zählen u. a. Produktionen mit Prince, No Doubt, den Scorpions, Chaka Khan, Zucchero, Chris Norman, Mousse T. und Roachford.

Sound? Amtlich!
Die Aufnahmen für „DrumMic'a!“ wurden unter tontechnischer Leitung von Hans-Martin Buff in den Hannoveraner Peppermint Park Studios realisiert. Zur Vorverstärkung der Mikrofone kam die hauseigene SSL-Konsole zum Einsatz, deren Ausgangssignale in einer DSP-basierten DAWaufgezeichnet wurden. Um die bestmögliche Klangqualität sicherzustellen, wurden sämtliche Signale mit einer Wortbreite von 24 Bit digitalisiert, sodass der vollständige Dynamikumfang der Schlaginstrumente abgebildet wird – Resultat sind ein besonders druckvoller Sound sowie ein absolut authentischer Klang. In der Software lassen sich nicht nur einzelne Mikrofone der Traditionshersteller Sennheiser und Neumann miteinander vergleichen, sondern bei der Overhead-Mikrofonierung werden auch die Unterschiede zwischen den Stereo-Verfahren A/B und X/Y erlebbar.

A/B plus X/Y
Um beim Overhead-Sound noch mehr Gestaltungsspielraum zu haben, setzt Hans-Martin Buff oft zwei bewährte Stereo-Mikrofonierungsverfahren ein, deren Signale parallel aufgezeichnet werden. Der erfahrene Audioprofi baut wenn möglich sowohl eine A/B- als auch eine X/Y-Mikrofonanordnung auf – welche Spuren letztlich in welchem Verhältnis zum Einsatz kommen, entscheidet Buff während der Mischung. „Wie ich den Mixdown letztlich angehe, hängt immer auch vom Musikstil ab“, sagt der branchenbekannte Toningenieur. „Allgemein tendiere ich allerdings dazu, Kick und Snare und dann gleich auch die Overheads an den Fadern hochzuziehen. Gerade bei einer vorhandenen X/Y-Mikrofonierung mag ich es, den natürlichen Sound als Ausgangsbasis zu nehmen und die einzelnen mikrofonierten Instrumente dann sukzessiv nach Bedarf hinzuzufügen.“
Bei der A/B-Mikrofonierung achtet Hans-Martin Buff penibel darauf, die Mikrofone derart zu positionieren, dass die individuelle Beckenbestückung vollständig in ihrer gesamten Breite abgebildet wird. Buff: „Ich versuche dabei, wenn möglich ein wenig Abstand zur Hi-Hat zu halten, da ich sie ohnehin separat abnehme. Die A/B-Mikrofone positioniere ich beide in gleicher Höhe, welche allerdings je nach Schlagzeuger unterschiedlich sein kann: Wenn ich einen Heavy-Metal-Drummer aufnehme, der beim Spielen großzügig ausholt, befinden sich die Mikros viel weiter oben als bei einem Jazz-Schlagzeuger. Wichtig ist, dass der Drummer nicht versehentlich auf die Mikrofone haut oder sich durch sie in seinem Spiel behindert fühlt.“

Bei der X/Y-Mikrofonierung baut Hans-Martin Buff die beteiligten Mikrofone meist in einem 90-Grad-Winkel zueinander auf und strebt tendenziell eine Position so nahewie möglich über dem Kopf des Schlagzeugers an. „Es geht mir ja nicht darum, einen großen Raum abzubilden, sondern den Fokus auf das Grundgerüst des Schlagzeugs in Form von Kick und Snare zu setzen“, erläutert Buff. „Sollte sich die Snare im Stereobild zu weit rechts oder links befinden, kann es vorkommen, dass ich die X/Y-Signale später im Mix fast auf Mono stelle, wenn zusätzlich noch eine A/B-Aufstellung im Einsatz war.“

Mic-Geheimtipps
Hans-Martin Buffs Geheimtipp für einen Overhead-Sound der etwas anderen Art sind Experimente mit dynamischen Mikrofonen statt der üblichen Kleinmembran-Kondensatormodelle: „Auf diese Idee bin ich gekommen, als ich mir alte Fotos der Beatles-Recordings angeschaut habe“, verrät der gewiefte Tonmann. „Der Sound stellt sich bei einer X/Y-Anordnung nicht übertrieben höhenlastig dar und das Verhältnis zwischen Trommeln und Blech wirkt auf mich trotz ausgeprägtem Punch sehr natürlich – eine wirklich coole Sache!“

Im Lauf der Jahre hat Hans-Martin Buff unterschiedliche dynamische Mikrofone für X/Y-Aufbauten am Schlagzeug ausprobiert. Aus dem Portfolio von Sennheiser erwähnt er lobend die dynamischen MD 421 Modelle und verwendet Begriffe wie „warm“, mittig“ und „erdig“. Unter den neueren Sennheiser Mikrofonen hat es Hans-Martin Buff nicht zuletzt das Modell MK 4 angetan: „Selbst wenn man das MK 4 in einen unfairen Vergleich mit exorbitant teureren Luxusmikrofonen schickt, schlägt es sich in puncto Klang erstaunlich gut – oft rangiert es subjektiv gleich hinter etablierten Lösungen, für die deutlich höhere Beträge aufgerufen werden. Gute Ergebnisse hat mir das MK 4 bei der Schlagzeug-Mikrofonierung schon an den Toms geliefert.“ Auch als X/Y-Setup gibt das MK 4 eine großartige Figur ab.

Drumsounds
Bei der Produktion des Software-Instruments „DrumMic'a!“ spielte Marco Bussi ein Drumkit aus Acrylglas, und auch im „richtigen Leben“ ist der versierte Drummer mit einem transparenten Set der deutschen Schlagzeugmanufaktur WAHAN unterwegs.
Jenseits der spektakulären Optik hat es dem Profi-Drummer selbstverständlich auch der Sound angetan: „Da es sich um einen synthetischen Werkstoff handelt, verfügt das Acrylglas-Set über stets gleichbleibende Klangeigenschaften. Wenn ich für Rock- oder Pop-Produktionen gebucht werde, bevorzuge ich gerade in Live-Situationen meine Acrylglaskessel und ihren attackreichen Sound mit kräftigem Grundton.“

Selbstverständlich ist dem Drummer das Sennheiser Modell MD 421 aus unterschiedlichen Studio-Einsätzen geläufig: Dem Klassiker für die Abnahme von Toms bescheinigt Marco Bussi „das nötige Low End“, welches die Trommeln „unten herum stark klingen lässt“ und insgesamt „einen runden Tom-Sound“ liefert. Für Live-Einsätze schätzt Bussi das Sennheiser e 904, das er sowohl an den Toms wie auch an der Snare Drum bereits mit sehr guten Ergebnissen eingesetzt hat. „Man darf in diesem Fall sicher von einer Art Allzweckwaffe sprechen“, so Bussi. „Jenseits des guten Sounds finde ich die Clip-on-Halterungen extrem praktisch und man kann sich die elende Stativschlepperei sparen, wenn man selber Mikros zum Gig mitnimmt. Nicht zuletzt wird die Aufbauzeit dank der Clips extrem verringert.“

Bezüglich seiner bevorzugten Overhead-Mikrofonierung äußert sich Marco Bussi differenziert: „Welchem Verfahren man den Vorzug gibt, hängt vom Anwendungsfall ab: Im Live-Segment hat sich die A/B-Anordnung durchgesetzt, weil es in der Regel darum geht, Breite zu erzeugen und die Becken besonders herauszustellen. Bei Recordings soll dagegen der Höhenbereich des Sets als Einheit abgebildet werden, wobei es im Studio sinnvoll sein kann, eine X/Y- und eine A/B-Anordnung parallel aufzubauen. Wenn ich mit In-Ear-Hörern spiele, empfinde ich eine X/Y-Anordnung als wesentlich angenehmer – aus ihr resultiert viel mehr Präsenz, weil beide Kapseln zu jeder Schallquelle stets den gleichen Abstand haben. Daraus ergibt sich wesentlich mehr Druck – Kick und Snare haben bei der X/Y-Variante richtig „Bums“, während die A/B-Aufstellung meist für weicher wirkende Ergebnisse sorgt. Dafür ist das Stereofeld dann allerdings breiter.“

Get that perfect beat!
In welcher Form Mikrofonauswahl und -positionierung den Klang beeinflussen und wie genau sich die vorgenannten Mikrofone an unterschiedlichen Trommeln anhören, ist ab sofort auch ohne großes Studio nachvollziehbar: Mit der Freeware „DrumMic'a!“ liefern die Traditionsunternehmen Sennheiser und Neumann Musikern, Toningenieuren und Angehörigen der schlagwerkenden Zunft kostenfrei ein hochwertiges Softwarepaket, das als professionell einsetzbarer Sample-Player auf Drumsounds spezialisiert ist und knapp 13.000 hochqualitative Samples (mehr als 9 GB) beinhaltet. „DrumMic'a!“ (sprich: Dramm-maik-ah) ist ein virtuelles Instrument für den KONTAKT 5 PLAYER von Native Instruments und kann sowohl als Stand-alone-Anwendung betrieben wie als Plug-in in alle gängigen Sequenzer eingebunden werden. Download und Registrierung auf www.DrumMica.de.

Das Video zu den Peppermint Park Studios ist zu finden unter:
You Tube
Vimeo

Weitere Informationen sowie Midi-Files und Presets von Marco Bussi und Hans-Martin Buff:
Preset Hans-Martin Buff
Midi File Marco Bussi

Übersicht sämtlicher DrumMic'a Artists und Engineers:
DrumMic'a Artists und Engineers


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Über Sennheiser
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