08.08.2012

Schlag-Werk: Zu Gast bei Sonor

Die erste von insgesamt sechs Stationen legte die neue, von Sennheiser, Neumann und Lawo/Innovason initiierte Seminar-Roadshow „Ursprung des Klangs“ am 5. Juni 2012 in Bad Berleburg ein. Mitten im idyllischen Rothaargebirge ist Sonor beheimatet – einer der weltweit führenden Hersteller für Schlagzeuge, Marsch-, Percussion- und Orff-Instrumente. Premiumartikel des umfangreichen Sonor-Portfolios werden im von viel Wald umgebenen Heilbad in traditionsreicher Handwerkskunst von Meistern ihres Fachs gefertigt.

Vom Rohstoff zum Instrument
Der Duft von vielerlei Hölzern unterschiedlicher Provenienz liegt in der Luft, als Sonor-Produktionsleiter Rainer Dreisbach die Seminarteilnehmer am Wareneingang des Werks begrüßt. Von hier begleitet der Rundgang den gesamten Fertigungsprozess, an dessen Ende eine wohlklingende Weltklassetrommel steht. Bis das formschöne, von einem dekorativen Furnier gezierte Prachtstück fachkundig für die Auslieferung gestimmt wird, hat es unter den wachsamen Augen eines qualitätsbewussten Teams eine Vielzahl von Prozessen durchlaufen: Das handverlesene Rohmaterial wurde geschnitten, geformt, geschliffen, gebeizt, lackiert, mit Hardware bestückt und schließlich mit Fellen bezogen. Bei jedem Arbeitsschritt gehen erfahrene Mitarbeiter akribisch ans Werk - handwerkliches Können spielt bei den Premiumprodukten des Hauses eine immens wichtige Rolle, so dass trotz der räumlichen Ausdehnung des Produktionsgeländes von einer „Manufaktur“ gesprochen werden darf. Mehr als 130 Jahre Erfahrung sowie eine ausgeprägte Liebe zum Detail resultieren in einzigartigen Instrumenten, die Musikerherzen höher schlagen lassen.
Den Abschluss der von zahlreichen interessierten Fragen begleiteten Werkführung bildet ein Abstecher in das Sonor-Museum, in welchem die wechselvolle Geschichte des Unternehmens von der Gründung durch den gelernten Drechsler und Weißgerber Johannes Link im Jahr 1875 bis zur Jetztzeit in Form historischer Instrumente erlebbar wird. Auch das „teuerste Schlagzeug der Welt“ mit vergoldeten Beschlagteilen und Hardware ist hier zu bestaunen.

Der Rhythmus, wo man mit muss …
Beeindruckt von den frisch gewonnenen Einblicken begaben sich die Teilnehmer in den Sonor-Showroom, wo Schlagzeuger Stephan Emig demonstrierte, welche Klangvielfalt sich den von Sonor gefertigten Instrumenten entlocken lässt. Den tontheoretischen Part zu Emigs Drum-Demonstration steuerte Diplom-Tonmeister Marcel Babazadeh bei, der aus dem Portfolio von Innovason eine „Eclipse GT“-Konsole nach Bad Berleburg mitgebracht hatte.
Unter dem Motto „Vom Klang zum Sound“ spielten sich Babazadeh und Emig verbal gekonnt die Bälle zu – die während des Vortrags mehrfach zum Ausdruck gebrachte Empfehlung, dass Tontechniker und Musiker zur Erzielung bestmöglicher Ergebnisse sowohl bei Live-Produktionen als auch im Studiokontext mehr miteinander sprechen sollten, hatten beide Referenten offenkundig verinnerlicht.
Bei sämtlichen Ausführungen wurden sinnvolle Anregungen für die Arbeit der Seminarteilnehmer vermittelt. Die gelöste, beinahe familiär wirkende Atmosphäre im Showroom fand ihren Ausdruck in einer angeregten Diskussion zwischen Referenten und Gästen, welche in den Pausen sowie beim gemeinsamen Mittagessen in der Werkskantine lebhaft fortgeführt wurde.

Sounddesign & Klangregie
Der Nachmittag gehörte dem bekannten Sound-Spezialisten Norbert Ommer, der in seinem Vortrag die Begriffe „Sounddesign“ und „Klangregie“ erläuterte. Konkret nachvollziehbar wurden Ommers Erläuterungen durch diverse Projektbeispiele: Zu vernehmen waren Passagen aus Werken von Steve Reich (Video-Oper „Three Tales“) und Heiner Goebbels („Surrogate Cities“), aber auch eine Zappa-Interpretation des Ensemble Modern wurde detailliert erörtert. Mit Fotos, Bühnenzeichnungen und Belegungsplänen verdeutlichte Ommer den Aufwand, den er bei Mikrofonierung und Mischung treibt – der Klang eines live spielenden Orchesters ist nahtlos mit elektronischen Instrumenten und vorbereiteten Multitrack-Zuspielungen zu verquicken, wobei die perfekte Synchronität zur Video-Wiedergabe obligatorisch ist. Besonderes Augenmerk widmete Ommer in seinem Vortrag der Einbettung perkussiver Instrumente in den Gesamtklangkörper – der erfahrene Tonmann betonte jedoch, dass es „keine Patentrezepte“ gibt und „immer wieder individuelle Lösungen für die unterschiedlichsten akustischen und künstlerischen Aufgabenstellungen“ gefunden werden müssen.
Beim Hören der Musikpassagen wurde rasch klar, dass Klangwünschen der Komponisten nur durch einen gekonnten Einsatz elektroakustischer Lösungen genüge getan werden kann – entsprechendes Know-how besitzt Norbert Ommer zuhauf und ließ die Seminarteilnehmer daran teilhaben.

Perfekter Punch mit Sennheiser
Bei der Mikrofonierung der Schlaginstrumente sorgten in Bad Berleburg ausgewählte Mikrofone aus dem Portfolio von Sennheiser für eine perfekte Klangabbildung: Zum Zug kam u. a. das MKH 800 TWIN, das unter Audioprofis hohes Ansehen als universell nutzbares Kondensatormikrofon der Spitzenklasse genießt. Es enthält eine seitlich zu besprechende Doppelkapsel mit zwei in einem akustischen Verbund arbeitenden Gegentaktwandlern; die nierenförmigen Richtcharakteristiken wenden sich nach vorne (Front) bzw. nach hinten (Rear). Der Clou: Die Signale beider Wandler werden nicht im Mikrofon zusammengefasst, sondern stehen als separate Kanäle am Mikrofonausgang zur Verfügung, wodurch die Richtcharakteristik von Kugel über Niere bis Acht (mit beliebigen Zwischenformen) über das Pult ferneinstellbar wird.

Klanglich restlos überzeugen konnte weiterhin das Digitalmodul MZD 8000, welches anstelle eines konventionellen XLR-Moduls an die Mikrofonköpfe MKH 8020 (Kugel), MKH 8040 (Niere) und MKH 8050 (Superniere) geschraubt wird und ein digitales Ausgangssignal (24 Bit Wortbreite bei bis zu bis zu 192 kHz Abtastrate) zur Verfügung stellt. Durch die Wandlung direkt hinter der Mikrofonkapsel gehören Kabelverluste, unerwünschte Einstreuungen sowie Klangeinbußen durch nicht optimal angepasste A/D-Wandler der Vergangenheit an. Ebenso kamen zahreiche Digitalmikrofone der Marke Neumann zum Einsatz. Das KM184 D mit seinem unverfäschten Neumannklang begeisterte durch flexible Einsatzmöglichkeiten. Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer der Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG: „Nicht zuletzt dank des musikalischen Könnens von Stephan Emig war in Bad Berleburg zu erleben, wie variantenreich ein versierter Schlagzeuger sein Instrument zum Klingen bringt. Mithilfe des Modularsystems der 8000er Serie lassen sich sämtliche perkussiven Klangnuancen in fein abgestufter Dynamik optimal einfangen. Seit mehr als 60 Jahren sind Mikrofone von Sennheiser ein Synonym für den perfekten Sound – wie bei Sonor ist unsere Leidenschaft für guten Klang in jedem unseren Produkte zu hören!“

Etappenziel erreicht!
Gegen 17:30 Uhr ging in Bad Berleburg ein ereignisreicher Tag zu Ende, der allen Beteiligten sicher lange im Gedächtnis bleiben wird – die Reaktionen der Teilnehmer fielen durchweg sehr positiv aus, und sogar erfahrene Branchenkoryphäen waren voll des Lobes für das innovative Seminarkonzept.
Stefan Althoff, Geschäftsführer der Sonor GmbH & Co. KG, verabschiedete die Teilnehmer: „Wir danken allen Gästen, die uns heute in Bad Berleburg besucht haben. Es war ein interessanter Tag mit angeregten Gesprächen, und ich hoffe, dass jeder von Ihnen eine Vielzahl neuer Eindrücke gewinnen konnte, die für Ihre Arbeit als Audioprofis bereichernd sein können.“ Die erste Etappe der Reise zum „Ursprung des Klangs“ wurde mit Bravour absolviert – interessante Gastgeber sowie hoch qualifizierte Referenten werden im September 2012 fraglos auch an den weiteren Stationen des bis dato einzigartigen Sound-Trips (www.ursprung-des-klangs.de) für bereichernde Erlebnisse sorgen!

Ein Video zum ersten Termin finden Sie hier:
http://vimeo.com/47020887

Ursprung des Klangs – weitere Stationen:
  1. September: Braunschweig, Schimmel
  2. September: Hamburg, Schellong Osann
  3. September: Berlin, Jazz Institut

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  • Music Industry (UDK-Ganz-nah-dran.pdf)
  • Schwerpunkt Professional Audio (Schlagwerk-zu-Gast.pdf)


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Über Sennheiser
Die Zukunft der Audio-Welt zu gestalten und für Kunden einzigartige Sound-Erlebnisse zu schaffen – dieser Anspruch eint Sennheiser Mitarbeiter und Partner weltweit. Das 1945 gegründete Familienunternehmen ist einer der führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Sennheiser ist mit 21 Vertriebs-tochtergesellschaften und langjährigen Handelspartnern in über 50 Ländern aktiv und besitzt eigene Produktionsstandorte in Deutschland, Irland, Rumänien und den USA. Seit 2013 leiten Daniel Sennheiser und Dr. Andreas Sennheiser das Unternehmen in der dritten Generation. Der Umsatz der Sennheiser-Gruppe lag 2017 bei 667,7 Millionen Euro.
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