09.09.2011 Amsterdam/New York

Toningenieur Jonathan Freed nutzt Sennheiser-Richtrohrmikrofone für NBA-Übertragungen

Bei der populären Basketball-Profiliga NBA sind nicht nur die international besten Spieler am Start – auch die Audioübertragung spielt in der ersten Liga. Dafür sorgen Jonathan Freed als verantwortlicher Toningenieur und sein Team, die für den Liveübertragungs-Mix aller wichtigen Basketballspiele verantwortlich zeichnen. Sie plazieren die Mikrofone auf, am und über dem Spielfeld, die Millionen von Basketballfans weltweit den Sound ihres Lieblingssports auf den Bildschirm bringen.

Jonathan Freed ist seit fast 40 Jahren als selbständiger Toningenieur tätig, für seine Arbeit wurde er bereits mit dem Emmy Award ausgezeichnet. Während seiner gesamten Karriere – davon 17 Jahre als Musiker und Besitzer eines Aufnahmestudios – hat sich Freed auf Sennheiser-Mikrofone verlassen, die er wegen ihrer Klarheit und Wiedergabetreue schätzt. Für Aufnahmen auf dem Basketball-Court hat der Toningenieur bislang das MKH 70 und MKH 416 von Sennheiser benutzt. Jetzt hat Freed die neuen Richtrohrmikrofone MKH 8060 und MKH 8070 getestet – sowohl analog als auch digital.

Wie viele Mikrofone haben Sie normalerweise auf dem Spielfeld und wo sind sie positioniert?

Jonathan Freed: Während der normalen Saison haben wir über 20 Mikrofone auf dem Platz, in der Nachsaison sind es zwischen 26 und 30. Die Mikrofone müssen unauffällig an verschiedenen Stellen plaziert werden, so dass wir den Sound zu jeder Szene einfangen können, die die Kameras aufnehmen. Kurze Richtrohrmikrofone wie das MKH 8060 befinden sich üblicherweise auf der Höhe der Mittellinie, von wo sie im 45°-Winkel in die beiden Hälften zeigen. Dann haben wir vier Handkameras: zwei zu beiden Seiten der Mittellinie und zwei unter den Körben. Dafür nehmen wir normalerweise lange Richtrohrmikrofone wie das MKH 8070. An den beiden Korbauslegern befestigen wir ebenfalls je ein Richtrohrmikrofon, das zur Mitte der Freiwurflinie zielt. Zum Auffangen der Zuschauerreaktionen haben wir Mikrofon-Arrays hoch oben in der Halle. Wir setzen auch kleine Lavaliermikrofone ein, unter den beiden Netzen und entlang der Anzeigetafel.

Wie haben Sie das MKH 8060 und das MKH 8070 eingesetzt und wie beurteilen Sie die beiden Mikrofone?

JF: Ich nutze seit langem die beiden Richtrohrmikrofone MKH 70 und MKH 416, sie sind der Standard in der Branche und schwer zu übertreffen. Ich habe die beiden neuen Richtrohrmikrofone von Sennheiser an genau den gleichen Positionen eingesetzt. Was ich beim MKH 8060 und dann auch beim MKH 8070 bemerkt habe, ist, dass die Kapseln viel empfindlicher sind. Auf der Mikrofonachse ist der Ton deutlich kraftvoller und klarer, und der seitlich einfallende Schall ist natürlicher. Nachdem ich ein paar Tage lang fantastische Ergebnisse mit den analogen Mikrofonen erzielt habe, habe ich das Digitalmodul MZD 8000 aufgeschraubt und noch bessere Ergebnisse bekommen. Ich habe mich augenblicklich in die Kombination MKH 8060 / MZD 8000 verliebt!

Was ist der Vorteil von digitalen Mikrofonen in dieser Aufnahmesituation?

JF: Wo immer möglich, nutze ich digitale Mikrofone, da sie es schaffen, diesen „Schleier“ vom Klang am Aufnahmeort zu nehmen. Mit digitalen Mikrofonen bekomme ich viel mehr Detail und einen absolut klaren Klang. Damit kann ich noch auf eine Entfernung von acht, neun Metern alles hören, was im Aufnahmebereich vor sich geht. Mit dem Digitalmodul MZD 8000 und den neuen Richtrohrmikrofonen kann ich auf diese Entfernung noch genau hören, was Leute sagen. Ich bekomme einfach die klarste Wiedergabe von dem, was ich aufnehmen will – und den natürlichsten Klang.

Ist das ein Vorteil für den Mix?

JF: Aber ja! Da die Töne und Geräusche, die ich in den Mix bringe, viel klarer und detaillierter sind, kann ich die Lautstärken herabsetzen und habe immer noch den gleichen eindrucksvollen Sound. Das ist sehr wichtig, denn die Ansager und Kommentatoren sollen gut herauskommen. Worüber sich Zuschauer von Sportsendungen am meisten beklagen, ist, dass sie die Kommentatoren nicht richtig verstehen können – es hat sich noch keiner darüber beschwert, dass er den Ball nicht richtig aufticken hört! Wenn ich das Spiel absolut klar aufnehmen kann, kann ich den Mix im Verhältnis zu den Sprechern etwas zurückfahren. Das macht den Ton nicht nur für das Produktionsteam, sondern auch für die Zuschauer zu Hause besser verständlich, egal, ob sie einen kleinen Fernseher oder eine High-Definition-Heimkinoanlage haben. An dieser Mix-Verbesserung arbeite ich schon seit einigen Jahren.

Wie wird das Ihr zukünftiges Audio-Setup beeinflussen?

JF: Mein Ziel ist es, die Mehrheit unserer analogen Mikrofone durch digitale zu ersetzen. Je mehr digitale Mikrofone wir im Mix haben, desto größer und tiefgreifender ist die Gesamtwirkung. Ich kann jetzt schon einen extremen Unterschied in den Bereichen hören, wo wir das MKH 8060 und MKH 8070 mit dem Digitalmodul MZD 8000 eingesetzt haben. Ich glaube, dass sich dieser positive Effekt durch den großflächigen Einsatz digitaler Mikrofone noch verstärkt und wir auf diese Weise das Hörerlebnis für die Zuschauer an den Bildschirmen deutlich verbessern können.

Besuchen Sie Sennheiser auf der IBC, Halle 8, Stand D 50.


Ansprechpartner

Stephanie Schmidt
PRO, Business Communication
Tel: +49 5130 600 1275