26.09.2012 Hannover/Markneukirchen

Ursprung des Klangs: Aus Holz, doch kein bisschen hölzern!

In den an Wald und Wasser reichen Tälern des sächsischen Vogtlandes werden seit mehr als 350 Jahren hochwertige Instrumente hergestellt. Bis heute ist die jahrhundertealte Tradition höchst lebendig, und alleine in Markneukirchen als einem der Hauptorte des so genannten „Musikwinkels“ sind aktuell 113 Betriebe mit der Fertigung von Instrumenten befasst. Am 12. Juni 2012 machte die von Sennheiser, Neumann und Lawo/Innovason initiierte Seminar-Roadshow „Ursprung des Klangs“ in Markneukirchen Station. Gastgeber war Mönnig & Adler als weltbekannter Hersteller von Holzblasblasinstrumenten.

Auf Holz klopfen
Stolzes Mitglied der Instrumenten-bauergilde ist die Gebrüder Mönnig – Oscar Adler & Co. Holzblasinstrumentenbau GmbH, die sich gemäß ihrer Firmierung der Produktion feinster Holzblasinstrumente verschrieben hat und in einer Jugendstilvilla residiert. In reiner Manufakturarbeit entstehen hier unter dem Label „Oscar Adler“ Oboen, Klarinetten, Bassklarinetten, Fagotte und Kontrafagotte, während mit ausgeprägter Liebe zum Detail gefertigte Oboen, Oboen d´amore, Englisch Hörner, Fagotte und Kontrafagotte das Markenzeichen der „Gebrüder Mönnig“ tragen.
Unter fachkundiger Führung von Geschäftsführer Veit Schindler und Matthias Müller (Mitglied der Geschäftsleitung) bewegt sich die Besuchergruppe auf der Suche nach dem „Ursprung des Klangs“ durch das von vielerlei Werkstätten geprägte Innenleben der Villa. Erlesene Naturhölzer wie bosnischer Bergahorn (Fagottinstrumente), afrikanisches Grenadill-Hartholz und mittelamerikanisches Cocobolo (Oboen- und Klarinetten-instrumente) trocknen bei Mönnig & Adler auf natürliche Weise über Zeiträume von mindestens zehn Jahren, bevor sie das Ausgangsmaterial für ein Instrument von Weltruf bilden.

Eine erste Grobform erhalten die balkenförmigen Rohlinge („Kanteln“) von einer CNC-Fräse; auch Klarinettenbecher werden mit höchster Präzision auf einer computer-gesteuerten Maschine gedreht. Bei den Fagottflügeln legen erfahrene, mit Feilen unterschiedlicher Körnung bewehrte Holz-fachleute feinfühlig Hand an. Mit Sorgfalt werden Bohrungen gesetzt. Eine Etage höher werden die Mechaniken gefertigt, und unweigerlich fühlt sich der Besucher an eine Uhrmacherwerkstatt erinnert: Filigrane Lötarbeiten mit Temperaturen um 900 Grad Celsius erfordern einen geschulten Blick sowie eine ruhige Hand, zumal für den späteren musikalischen Einsatz der feingliedrigen Bauteile ein außergewöhnlich hohes Maß an Zuverlässigkeit und Langlebigkeit angestrebt - und erreicht! - wird: Was die langjährig gelagerten Hölzer versprechen, halten bei Mönnig & Adler auch die hochglanzversilberten oder vergoldeten Mechaniken. Unter dem Dach ist die Endmontage beheimatet: Hier finden Instrumente in den Expertenhänden der Ausstimmer ihre finale Form – als perfekte Synthese aus hölzernem Resonanzkörper und ebenso präzise wie feinfühlig agierender Mechanik, welche die Länge der schwingenden Luftsäule durch Öffnen und Schließen der Tonlöcher gemäß der Fertigkeiten des Musikers kunstvoll variiert.

Gut Holz!
Diplom-Tonmeister Marcel Babazadeh erläuterte, wie sich der Klang eines Naturinstrumentes durch eine vorteilhafte Mikrofonierung sowie eine gekonnte Bearbeitung im Mischpult (im konkreten Fall eine Innovason „Eclipse GT“) in Sound verwandelt. Passend zum Thema des Tages stand die Gruppe der Holzblasinstrumente im Fokus, und Babazadeh sparte nicht an wertvollen Tipps zur optimalen Mikrofonpositionierung.

Viel Holz vor der FOH-Hütte
Der Nachmittag gehörte Diplom-Tonmeister Holger Schwark, der in der Proaudio-Branche nicht zuletzt durch sein Engagement bei den stets bestens frequentierten Waldbühnenkonzerten der Berliner Philharmoniker bekannt ist. Prinzipiell ist laut Schwarks Ausführungen bei Konzerten am Dirigentenplatz ein durchaus ansprechendes Gesamtklangbild des Orchesters zu vernehmen, so dass der Gedanke nahe liegt, lediglich mit einer dort aufgestellten Stereomikrofonierung zu arbeiten. In der Praxis reicht diese Basislösung jedoch meist nicht aus, um bei Einsatz einer elektroakustischen Beschallungsanlage im Zuhörerraum die Illusion eines natürlichen Orchesterklangs zu erzeugen – Stützmikrofone sind zwingend erforderlich. Das Problem: Aufgrund der umgebenden Instrumente wäre eine Nahmikrofonierung wünschenswert, um das Übersprechen gering zu halten – geht man mit dem Mikrofon jedoch zu nahe an das Instrument heran, wirkt dessen Klang oft nicht mehr ausgewogen, da einzelne Signalanteile überbetont werden. An den Stürzen von Holzblasinstrumenten beispielsweise sind ausgeprägte Luftgeräusche zu vernehmen, die laut Schwark „nicht unbedingt klangschön“ wirken. Auch der Bewegungsdrang mancher Instrumentalisten stellt je nach Mikrofonierung ein Problem dar – unter Tonleuten bildhaft als „Schlangenbeschwörung“ betitelte Bewegungsmuster der Holzbläser können je nach Aufstellung der/des Mikros zu Chorus-artigen Effekten und/oder ausgeprägten Pegelschwankungen führen. Eine Mikrofonmontage direkt an der Stürze ist, wie bereits erwähnt, dem erwünschten Klangbild nicht immer zuträglich und wird darüber hinaus auch nicht von jedem Musiker akzeptiert.

Die erfolgreiche Umsetzung eines Konzertes mit elektroakustisch verstärktem Orchester gliedert sich laut Holger Schwark in drei Phasen: Planung, technische Einrichtung und die eigentliche Veranstaltung, wobei technische wie künstlerische Belange in allen drei Abschnitten gleichberechtigt Beachtung erfahren sollen. Bezüglich der Technik setzt Schwark auf „erstklassiges Material für die gesamte Signalkette“, was selbstverständlich hochwertige Mikrofone beinhaltet – Kleinmembrankonzepte auf Kondensatorbasis stehen bei dem erfahrenen Tonmeister in diesem Zusammenhang hoch im Kurs.

Mikrofone, die gut im Holz stehen
Zur beispielhaften Mikrofonierung eines Fagotts setzte Holger Schwark im Seminarraum das modular aufgebaute Neumann Mikrofonsystem KM D ein, welches als Weiter-entwicklung der erfolgreichen KM 100-Serie gilt. Das „D“ im Produktnamen weist auf eine digitale Ausgangsstufe gemäß AES 42-Standard hin; ein analoges Pendant ist ebenfalls verfügbar. Die digitale Ausgangsstufe wandelt das von der Kapsel abgegebene Signal mit einer Wortbreite von 24 Bit ins AES/EBU-Format. Ein integrierter DSP ermöglicht die Fernsteuerung von Funktionen wie Gain, Vordämpfung und Trittschallfilter. Ein integrierter Peak-Limiter sowie ein Kompressor/Limiter mit zusätzlicher De-esser-Funktion verhindern Übersteuerungen.

„In der Halle des Bergkönigs“ intonierte ein junger Fagottist, der sich bei Mönnig & Adler auf seine Meisterprüfung als Holzblasinstrumentenbauer vorbereitet. Holger Schwark baute passend zum obertonreichen Fagottklang mit seinem präzise-kurzen Klangeinsatz zwei mit Kapseln des Typs KK 184 (Niere) bestückte Mikrofone an mehreren Positionen auf; eine digitale Aufzeichnung erlaubte zu einem späteren Zeitpunkt aufschlussreiche A/B-Vergleiche.

Eine interessante Alternative kann je nach Kontext das Neumann Großmembranmikrofon TLM 103 D darstellen, das sämtliche Klang-Features seines bekannten analogen Konterparts aufweist und sich darüber hinaus durch die zuvor erwähnten Vorteile digitaler Schaltungstechnik auszeichnet. Punkten kann das Mikrofon mit einer universell einsetzbaren Nierencharakteristik, einem äußerst geringen Eigengeräuschpegel sowie einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis, welches tendenziell robust ausfallende Einsätze im Live-Kontext vertretbar erscheinen lässt.

Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer der Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG: „Mit Lösungen aus den breit gefächerten Angeboten von Sennheiser und Neumann lassen sich bei der Abnahme von Holzblasinstrumenten sämtliche Klangnuancen bis hinauf zu den höchsten Frequenzen optimal in fein abgestufter Dynamik abbilden. Seit mehr als 60 Jahren sind unsere Mikrofone ein Synonym für den perfekten Sound, und wie bei den Instrumenten von Mönnig & Adler ist unsere Leidenschaft für guten Klang in jedem unseren Produkte zu hören!“

Aus anderem Holz geschnitzt
Am späten Nachmittag ging in Markneukirchen ein ereignisreicher Tag zu Ende, der allen Beteiligten sicher lange positiv im Gedächtnis bleiben wird. Faszinierende und keineswegs holzschnittartige Einblicke in Lebenswelten von Instrumenten-herstellern, Musikern und Tontechnikern sowie eine Vielzahl nützlicher Tipps und Tricks ließen die zweite Etappe der Reise zum „Ursprung des Klangs“ zu einem von allen Teilnehmern mit viel Lob bedachten Erfolg werden – inspirierende Gastgeber sowie hoch qualifizierte Referenten werden im September 2012 fraglos auch an den weiteren Stationen des bis dato einzigartigen Sound-Trips (www.ursprung-des-klangs.de) für bereichernde Erlebnisse sorgen!

Ein Video zum zweiten Termin finden Sie hier:
vimeo.com/50066998

Ursprung des Klangs – weitere Stationen:

  1. September: Berlin, Jazz Institut

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Die Zukunft der Audio-Welt zu gestalten und für Kunden einzigartige Sound-Erlebnisse zu schaffen – dieser Anspruch eint Sennheiser Mitarbeiter und Partner weltweit. Das 1945 gegründete Familienunternehmen ist einer der führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Sennheiser ist mit 21 Vertriebs-tochtergesellschaften und langjährigen Handelspartnern in über 50 Ländern aktiv und besitzt eigene Produktionsstandorte in Deutschland, Irland, Rumänien und den USA. Seit 2013 leiten Daniel Sennheiser und Dr. Andreas Sennheiser das Unternehmen in der dritten Generation. Der Umsatz der Sennheiser-Gruppe lag 2017 bei 667,7 Millionen Euro.
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