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Die Entdeckung der Musik
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Die Entdeckung der Musik

Eine kurze Reise durch die Jahrtausende

Musik vertreibt Geister, warnt vor Gefahren und bringt uns zusammen. Es waren die Vögel, deren Gesang die frühe Menschheit dazu inspirierte, Musik als Form der Kommunikation zu nutzen. Eine kurze Reise durch die Jahrtausende.

Wir wissen nicht, wie genau die Menschheit ihre musikalischen Fähigkeiten entdeckte. Evolutionspsychologen und Anthropologen gehen davon aus, dass frühe Menschen fasziniert davon waren, wie Vögel ihren Gesang zur Kommunikation nutzten und die melodische Form des Ausdrucks daraufhin nachahmten: als Warnung, zur Information, beim Jagen, bei Expeditionen. So entstanden bei schriftlosen Kulturen eine Reihe von Melodien, die aus ständigen Wiederholungen, Loops wenn man so will, innerhalb des Terz- und Quartraums bestanden. Ihre Form findet sich auch noch in Gregorianischen Chorälen wieder, war bis ins hohe Mittelalter und in Europäischen Volksliedern zu finden.

 

Leider keine innovative Errungenschaft der Jetztzeit: Offbeat, Drums & Dance.

Wer heute zu seinem Lieblings-DJ tanzt, im Jazz-Club zufrieden mit den Füßen wippt oder dem Drummer beim Metal-Gig die "Pommes-Gabel" entgegenstreckt, der ahnt meist nicht, wie alt der Kern dieser Musikgenres wirklich ist.

Trommeln, Gesang und Tanz sind die Kernelemente von schamanistischen Kulturen und ihren Riten zur Geisterbeschwörung. Viele frühe Kulturen nahmen so Kontakt zu den Göttern auf. Dass Faithless mit God is a DJ eben diese Form der Ehrerbietung in ihrem Dance Track auf den Punkt bringen, kann man ohne Frage als einen sich schließenden Kreis betrachten. Der untrennbar mit Jazz verbundene Offbeat (die Betonung der schwachen Taktteile) ist im traditionellen Afrika entstanden – und hat eine lange Reise bis zum Club um die Ecke hinter sich.

Im alten Ägypten entstand bereits 2700 v. Chr. die Bogenharfe und mit ihr eine ganze Reihe anderer Instrumente, die den Grundstein der Weltmusik bildeten - und auch die Indische Kultur inspirierten. Bereits im Altertum verfügte die Hochkultur China über ein erstaunliches und nahezu perfektes Musikrepertoire. Inspiriert von diversen Einflüssen aus Mesopotamien gaben die Chinesen der Musik eine Struktur und Formsprache. Hier entstanden ein Skalensystem, pentatonische Gebrauchstonleitern und eine feste Tonhöhenstimmung.

 

Das älteste (uns bekannte) Musikinstrument der Welt.

Wer das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren besucht, darf einen Blick auf sie werfen: jene Knochenflöten von Geißenklösterle auf der Schwäbischen Alb sind die ältesten uns bekannten Musikinstrumente. Sie werden auf ein Alter von mehr als 35.000 Jahren geschätzt. Natürlich müssen wir davon ausgehen, dass der Mensch lange zuvor bereits sein Talent zum Musizieren entdeckt hat. Es lohnt sich, wenn wir das nächste Mal zur Gitarre, zum Schlagzeug oder zur Harfe greifen, zu überlegen, wie wohl das erste Instrument seiner Art gebaut wurde und zu welchem Zweck. Woraus bestand es? Wie hat es die Menschheit verändert? Und schon sind wir tausend Jahre entfernt in einer anderen Welt, in der Melodien entstehen und Töne laufen lernen.

 

istockphoto by Getty Images