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Es ging nie um den Kopfhörer
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Es ging nie um den Kopfhörer

Die „audiophile Philosophie“

Audiophile Kopfhörer werden auch als High-End-Kopfhörer bezeichnet. Mit hochmoderner Technologie ausgestattet, bringen sie Musik in höchster Qualität zum Klingen. Ganz gleich, ob für Zuhause oder unterwegs, kabelgebunden oder kabellos – mit audiophilen Kopfhörern können Sound-Liebhaberinnen und -Liebhaber ein Musikerlebnis genießen, das Emotionen weckt und Gänsehaut macht. Die Nachfrage nach genau diesen audiophilen Sennheiser-Kopfhörern stieg in 2020 erheblich. Immer mehr Menschen ließen sich von der „audiophilen Philosophie“ begeistern und anstecken. Doch was steckt dahinter?

Zum Glück lässt sich unsere Philosophie für audiophile Kopfhörer leichter in Worte fassen als die komplexen Technologien dahinter: Aber genau darum geht es. Wir wollen, dass unsere Kundinnen und Kunden erstklassigen Sound genießen ohne über den Kopfhörer nachzudenken, den sie tragen. Was so einfach klingt, ist genau genommen eine große Herausforderung. Und dieser stellen wir uns gerne jeden Tag immer wieder aufs Neue.

Für uns sind Kopfhörer ein Präzisionsinstrument, um die Intentionen der Künstlerinnen und Künstler sowie Tonmeisterinnen und Tonmeister zu transportieren. Sie existieren nicht um ihrer selbst willen. Sie sind Ausdruck einer anspruchsvollen Hörkultur und des Strebens nach reinem, detailgenauem Klang. Es geht um diesen einen Moment, in dem man plötzlich hört, wie die Streicherin ihren Bogen anlegt oder wie die Spitze des Besens über die Snare streicht. Es geht um die Momente, in denen eine Stimme so klingt als wäre sie neben dir mit all den feinen Details ihres räumlichen Aufbaus, in denen sie dich einfach ergreift.

In einem Jahr, in dem sich die ganze Welt schlagartig verändert hat, wurde vieles hinterfragt und noch bewusster wahrgenommen. In einem Jahr, in dem wir Live-Konzerte nur zuhause und meist über unsere Kopfhörer und Bildschirme erlebt haben, haben viele noch etwas genauer hingehört, wenn es um die Sound-Qualität geht. Für ein erstklassiges Erlebnis braucht es eben diesen erstklassigen Klang.

Wir verstehen uns als Kuratoren solcher Momente. Deshalb haben wir bereits Kopfhörer für weit über 1.000 Euro vorgestellt, in einer Zeit als niemand auch nur in dieser Preisklasse gedacht hätte. Der Grund dafür? Wir wollen die perfekte Technologie entwickeln, um puren, unverfälschten Klang zu ermöglichen. Jeder einzelne unserer audiophilen Kopfhörer erfüllt diesen Anspruch. Letztendlich entwickeln wir Produkte für menschliche Ohren, das alleine ist schon eine Herausforderung an sich.

Jede Ohrmuschel ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck, eine Iris oder ein Gesicht. Das führt zu kleinsten, mikroakustischen Unterschieden. Deshalb ist kein Gehör, Klangempfinden jemals gleich; es ist gefärbt von Gewohnheiten, Eindrücken, kulturellem Umfeld und Dutzenden weiteren Faktoren. Was nun „guter Klang“ ist, ist und bleibt eine widersprüchliche und aufreibende sowie großartige Herausforderung zugleich. Nehmen wir als Beispiel die Kopfform, die den Sitz des Kopfbügels und die damit verbundenen Änderungen in Resonanz- und Schwingverhalten beeinflusst, dann wird deutlich, wie viele Variablen die tonale Korrektheit beeinflussen. Und damit waren wir noch nicht einmal im Herzstück: unseren dynamischen und elektrostatischen Wandlern.

Nicht ohne Grund entwickeln und fertigen wir jedes Detail unserer Wandlertechnik selbst. Vom Draht der Schwingspule bis zur Membrangeometrie und ihrem Einschwing- und Taumelverhalten: Wir rechnen und bauen in jedem Detail gegen den Zufall und für die Präzision. Wer unsere Kopfhörer genauer untersucht, findet zum Beispiel einen frei geführten Spulendraht zwischen Chassis und Spule. Mitten im Herzen des Wandleraufbaus ist er ist damit bestmöglich entkoppelt. Der dafür nötige konstruktive Aufwand? Wir würden ihn freundlich als typisch deutsche Ingenieursleidenschaft bezeichnen.

Es gäbe noch viel mehr zu erzählen über parasitäre Effekte in Partialschwingungen, über Verzerrungen zweiter und dritter Ordnung, über Klirrfaktoren und die Ästhetik einer kolbenförmig schwingenden Membran. Das sind und bleiben die messbaren Parameter unserer Kunst. Und doch hört man mehr als der feinste Frequenzgang zeigt. Wir alle kennen diesen Effekt. Was uns bei diesen Aufgaben hilft?

Zeit. Damit ist nicht allein die lange Zeit gemeint, die wir für unsere Produkte verwenden. Damit ist vor allem der Schatz unserer Erfahrungen gemeint. Der Freiraum vieler Entwickler in der Sennheiser-Geschichte hat zu Experimenten, Fertigungsmethoden und Erkenntnissen geführt, die uns bis heute bereichern. Er ermöglicht uns, anders zu denken, weiter zu blicken und neue Möglichkeiten schneller zu integrieren. So war es zum Beispiel auch, als wir 1968 den offenen Kopfhörer erfanden – und viele weitere große und kleine Innovationen in den folgenden Jahrzehnten.

Nicht zuletzt gilt für das Audiophil-Team, was für jeden guten Kopfhörer gilt: Es gibt keinen Star, keinen hervorragenden Einzelwert. Der beste Wandler ist ohne gute Mechanik und Elektronik verloren. Gleiches gilt für unsere Physikerinnen und Physiker, Akustikerinnen und Akustiker, Elektronikerinnen und Elektroniker und Mechanikerinnen und Mechaniker: Wir schwingen gemeinsam. Die Spannung vor dem nächsten Schritt, die nächste Verbesserung, die nächste verrückte Idee – sie verbindet uns ebenso wie die Begeisterung unserer Hörerinnen und Hörer sowie Kundinnen und Kunden.

Und nein, wir sind noch lange nicht am Ende der Reise. Deshalb werden wir ganz sicher schon bald wieder voneinander hören.