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James McCullagh: Manchmal musst du einfach Klinken putzen
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James McCullagh: Manchmal musst du einfach Klinken putzen

Front of House Engineer, Backstreet Boys

Sennheiser’s Pro Talk Series auf YouTube zeigt Interviews mit den bekanntesten Sound-Designern der Welt, u.a. mit James McCullagh, Front of House Engineer bei den Backstreet Boys.

 

Schon früh entdeckte James McCullagh seine Leidenschaft für die Musik-Industrie, und seitdem hat er mit vielen unterschiedlichen Künstlern zusammengearbeitet. INXS. Journey. Katy Perry. Die Backstreet Boys. Als Jugendlicher sah er einfach zu, wie seine Freunde und Verwandten das machten und lernte, lernte, lernte. „Mein Vater und mein Onkel waren Profi-Musiker, mein Onkel besaß sogar ein Studio. In den Achtzigern hat er mit fast allen Künstlern in Süd-Afrika gearbeitet“, erinnert er sich. „Ich habe damals in der Garage angefangen, Bands aufzunehmen, und mein Onkel sagte: ‚Das solltest du mal in einem richtigen Studio versuchen. Hilf mir doch einfach ein bisschen‘. Ich habe ihm dann immer nachmittags ausgeholfen. Ich wusste natürlich überhaupt nicht, was ich da tat. Aber ich nahm Musik auf, und darauf kam es mir an.“

McCullagh hatte in 2013 gerade die Tour mit Katy Perry beendet, als das Management der Backstreet Boys bei ihm anrief. Ob er denn am nächsten Tag schon etwas vorhätte, die Jungs seien in China gebucht. Aus einem Einsatz für einen Tag wurde eine Promo-Tour in Europa, und der Rest ist Geschichte: „Als sie fragten, ob ich den Rest der Tour auch noch machen wollte, habe ich einfach ja gesagt“, sagt er. „Und hier sind wir nun. Sieben Jahre später bin ich immer noch mit ihnen unterwegs.“

Mit den Backstreet Boys zu arbeiten, war für McCullagh ein Trip of a Lifetime. Das gilt besonders für ihre jüngste Arena-Tour zum Album DNA, wo die Sound-Erfahrung der Fans noch einmal eine ganz andere sein sollte als zuletzt bei ihrer Larger Than Life Las Vegas Residency-Show.

 

 

Als Front-of-House-Engineer ist McCullagh sicherlich am dichtesten dran an den Anforderungen der Band während der Auftritte. „Es geht darum, Menschen zu lesen. Genauso wie ich das Publikum lesen muss, lese ich auch die Jungs. Ich muss wissen, wie sie sich fühlen. Ich bin sozusagen ihr verlängerter Arm. Ich meine, sie liefern natürlich ab, aber ich muss das transportieren. Die Jungs sind wirklich sehr stark in alles eingebunden, und sie wissen genau, wie es klingen soll. Am Anfang der Tour haben wir immer dieses Show Tape, das sie sich nach dem Konzert anhören und mir über Nacht dazu ihr Feedback senden. Ich arbeite es ein, poliere und verändere Details, und am nächsten Tag machen wir das nochmal“, erzählt er, und ergänzt: „Ich denke immer vom Publikum aus und von dem, was sie erleben wollen. Mich interessiert ein Studio-Mix nicht wirklich. Die Fans wollen die Jungs hören und nicht eine komprimierte CD-Neuauflage. Jeden einzelnen von ihnen wollen sie hautnah heraushören – und sie dann perfekt abgestimmt als Einheit erleben. Ich konzentriere mich also auf die Stimmen. Die müssen klar und präzise sein, und dann mixe ich die Energie dazu.“

Tipps hat McCullagh für Leute, die gerade in der Industrie anfangen: “Das Business ist schon ziemlich hart. Da musst du wirklich an das glauben, was du kannst. Das Schöne ist ja, dass es in der Show-Branche keinen richtigen und nur den einen Weg gibt, etwas zu erreichen. Und: Manchmal musst du einfach Klinken putzen.”

 

Photo: James Capparelle